Wählgerät

04.12.2016  Wählgerät

Das im Rahmen der Hausautomatisierung zur telefonischen Alarmmeldung auf Handys eingesetzte PSTN-Wählgerät "Power Guard PG2000" war seit 10 Jahren reibungslos an einer ISDN-Telefonanlage im Einsatz. Durch Abschaltung von ISDN musste ich auf auf Voip an einer Fritzbox 7490 umsteigen. Da diese zwei a/b Nebenstellenanschlüsse mitbringt, sollte ein Weiterbetrieb des Alarm-Wählgerätes kein Problem sein... denkt man.

In der Praxis funktioniert das Wählgerät seit Nutzung der Fritzbox nur noch sporadisch. Ein herkömmliches Analogtelefon hingegen lässt sich problemlos an der Fritzbox betreiben.

Da ein Defekt der Fritzbox somit unwahrscheinlich ist, sowie die Verkabelung einwandfrei ist, musste ich per Reverse Engineering die Schaltung des Wählgerätes aufnehmen, um der Ursache näher zu kommen.

Da die einlagige Platine nicht unbedingt eine saubere strukturierte Bestückung aufweist, gestaltete sich dies aufwändig.




Die Schaltung für die Nebenstellenverbindung sieht im aufgenommenem Teil wie folgt aus:



Im Rahmen der Eingrenzung war festzustellen, dass die Darlingtonschaltung der Transistoren nicht weit genug für den nötigen Schleifenstrom durchschaltet, um der Fritzbox ein abgehobenes Telefon zu signalisieren. Der anfänglichen Verdacht und Wechsel des C9014 hat sich als Ursache leider nicht bestätigt. Da kein Hardwaredefekt feststellbar war, musste ein Problem der Schaltungsauslegung vorliegen. Eine Recherche bei AVM ergab, dass die Fritzbox nur eine Spannnung von maximal 36V erzeugt und einen Schleifenstrom von 20mA benötigt. Im Festnetz Standard und vom Wählgerät wohl auch so vorrausgesetzt sind 48-60V.  

Um die Transistoren auch bei 32-36V noch sicher durchzuschalten, ersetzte ich deshalb R24 mit ursprünglich 4,7 kOhm durch nun 2,2 kOhm.    

Seitdem funktioniert die telefonische Alarmierung wieder absolut zuverlässig.