Fernschreiberinterface

Es ergab sich im Laufe der Zeit, dass ich 1985/86 in bestimmten Fällen Zugang zu Fernschreibern hatte. Was lag näher, als diese zum Drucken zu benutzen. Der verwendete Fernschreiber war vom Typ T51, ein riesiges Holzmöbel voll mit Mechanik.

Wer heutzutage nichts mit dem Begriff Fernschreiber anfangen kann: es wäre am ehesten mit SMS zu erklären, man konnte sich über Telefon aus der Ferne Textnachrichten zuschicken.

Ich musste die Hardwareankopplung lösen, und die softwaremäßige Treiberprogrammierung. Damals sprach man in diesem Zusammenhang allerdings noch nicht von Treibern, sondern dies war ein eigenständiges Programm.  

Die Kodierung erfolgt in 5 Bit, auch die zur Speicherung von Texten verwendeten Lochstreifen hatten 5 Löcher nebeneinander. somit wären eigentlich nur 31 Zeichen Kodierbar gewesen. Durch die Verwendung eines Umschaltcodes für Ziffern (1B) und eines für Buchstaben (1F) waren letzlich 52 verschiedene Zeichen übertragbar. Aber auch dies reichte nur für Grossbuchstaben + Ziffern + einige wenige Sonderzeichen. (CCITT-2, Baudot)

Die Übertragungsgeschwindigkeit beträgt 50 Baud. Die physikalische Schnittstelle des Fernschreibers besteht aus einer einfachen 2 Draht-Stromschleife mit 40 mA und 60V.

In der Programmtechnischen Umsetzung eher einfach: Startbit, 5 Bit Code, Stoppbit waren in jeweils 20 ms Abstand auf das PIO-Ausgabebit zu geben. Vor Zahlen/Buchstabenwechsel war ein Umschaltcode einzufügen, Umkodierung ASCII zu CCITT erfolgte mittels einfacher Tabelle.
Dies ergab 3 Seiten Assemblercode, im Maschinencode ganze 352 Byte für das ganze Programm.

Einer meiner Ausdrucke hat bis heute überlebt und sah so aus, sogar schöne blaue Farbbänder gab es:

und wie man sieht, auch was einmal ausgedruckt war, unterlag immer wieder Änderungen.